Wie man die Weisheit der Massen nutzt
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Wie nutzt man das Wissen der Masse (Wisdom of the Crowds) um bessere Wirtschaftsprognosen zu treffen?

Gemeinsam mit dem Team um Prof. Dr. Christof Weinhardt am Karlsruhe Institute of Technology (KIT), FZI Forschungszentrum Informatik entwickelten wir ein Konzept für die Handelsblatt Prognosebörse. Weitere Partner waren das Handelsblatt und das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Dieses Karl Valentin zugeschriebene Zitat galt besonders für Wirtschafts- und Konjunkturprognosen im Sommer und Herbst 2008, als Schwierigkeiten einzelner Banken schnelle und drastische Reaktionen in den Märkten auslösten. Expertenprognosen, die nach bestem Wissen auf der Basis von höchstwahrscheinlich eintretenden Ereignissen erstellt werden, sind innerhalb dieser vermeintlich vorhersehbaren Welt meist zutreffend. Wie können Wirtschaftsprognosen jedoch schnell an unerwartete Ereignisse angepasst werden? Wirtschaftsexperten bauen für schnellere und präzisere Prognosen zukünftig auch auf die Intelligenz der Masse. In diesem Zusammenhang war es unsere Aufgabe, durch einen spielerischen Ansatz möglichst viele Interessierte in einer marktnahen Simulation zum Handel mit virtuellen Wirtschaftsindizes zu motivieren. Im virtuellen Markt repräsentieren Angebot und Nachfrage die kollekive Erwartungshaltung an die Entwicklung des Wirtschaftsklimas und lassen so realistische Prognosen zu.

Die EIX Prognosebörse erinnert an eine marktübliche Tradingplattform. Es wird spekuliert, gekauft und verkauft. Kurstabellen und Newsticker helfen dem Spekulanten bei seiner Entscheidung für eine Transaktion. Der einzige Unterschied zum normalen Brokerage: Es geht nicht um Aktien und Devisen, sondern um den Handel mit virtuellen Konjunkturindikatoren: Arbeitsmarkt, Bruttoinlandsprodukt, Export, Inflation und Bruttoanlageinvestitionen. Klingt abstrakt – und das ist es auch. Die besondere Herausforderung war deshalb, den Einstieg in die Prognosebörse und die Nutzung der Plattform so einfach wie möglich zu gestalten.

Jeder kann über die Handelsblatt-Prognosebörse an unserem Experiment teilnehmen. Einfache Tutorials und die übersichtliche Darstellung der Marktsimulation helfen beim Einstieg. An der Handelsblatt-Prognosebörse können die Teilnehmer zwar kein echtes Geld verdienen, aber wer viel und treffsicher handelt, kann Preise im Gesamtwert von über 37.000 Euro gewinnen. An der Handelsblatt-Prognosebörse beteiligen sich neben der Wirtschafts- und Finanzzeitung Handelsblatt auch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW), das Institut für Informationswirtschaft und -management (IISM) des Karlsruher Instituts of Technology (KIT) sowie das Forschungszentrum Informatik (FZI).

FZI Forschungszentrum über die Prognosebörse

Handelsblatt über die Prognosebörse

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