Auf der Suche nach intuitivem Web Content Management

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Web Content Managment ist heutzutage keine Zauberei oder Besonderheit mehr. Es ist oftmals wichtiger Bestandteil von Projekten aller Art. Sobald Menschen verteilt Informationen abrufen, bearbeiten und kommentieren, ist ein System von Nöten, welches diesen Kommunikationsaustausch ermöglicht.

Ich bin daher ständig auf der Suche nach dem perfekten, flexiblen Content-Management Werkzeug. Aufgrund eines aktuellen Projekts war mal wieder eine Evaluation von Open-Source Systemen nötig. Die gesammelten Erfahrungen will ich hier mal in kurzen Worten zusammenfassen.

Für das Projekt galt es, ein System mit folgenden Anforderungen zu finden:

  • Flexibilität – Eigene Content Elemente sollten schon drin sein
  • Mehrsprachigkeit – Wäre wünschenswert, ist aber meist sehr aufwendig
  • Steuerung von dynamischen Teasern
  • ca. 15 – 30 Seiten
  • Integration externer Inhalte (RSS, Webservices,..)
  • Blog-Funktion
  • Kommentarfunktion
  • PHP-MySQL-Stack falls möglich

Also eher eine kleine Website mit Blog-Integration und dynamischen Teasern. Mal sehen was die Open Source Welt für uns bereit hält. Meet the the finalists.

WordPress

… ist in erster Linie natürlich ein Blog aber eignet sich durchaus als CMS. Neben Blog-Posts können auch Seiten angelegt werden. Verknüpft man Folksonomien und Taxonomien intelligent kann ein WordPress Blog auch durchaus als Wissensdatenbank nutzen. Eigene Content Elmente kann man nicht erstellen, man ist auf die vorgefertigten Posts und Seiten angewiesen, aber gerade die Katalogisierungsmöglichkeiten durch Tags und Kategorien finde ich sehr interessant. (wordpress.org)

Mephisto

… scheint mir ein wirklich durchdachtes System zu sein. Ein kurzer lokaler Test zeigt die Simplicity aber auch die Flexiblität der Software. Leider ist Ruby-On-Rails bei deutschen Hostern nicht sehr weit verbreitet. Schade, schade. Sobald der Ruby-Stack einfacher nutzbar ist, werde ich dem System einen weiteren Test verpassen. (mephistoblog.com)

Typo3

… ist ein System, mit dem man so ziemlich alles machen kann, was man sich vorstellen kann. Doch einfach erreicht man das mit Typo3 meist nicht. Für kleine Projekte ist das System meiner Meinung nach etwas zu groß und belästigt eher mit Features, die man nicht wirklich braucht. Der momentane Entwicklungsstand und die Usability des Interfaces hinken der aktuellen Webentwicklung etwas hinterher. Die Version 5.0 wirkt da vielversprechend, ist allerdings noch in zu weiter Ferne. Über Extensions kann man das System mit weiteren Funktionen (Blog, Kommentare, etc. pp) versehen. Es gilt allerdings eine eingehende Prüfung bei nicht stabilen Extension vorzunehmen. (typo3.org)

Symphony

… liegt ein erfrischender Ansatz zu Grunde. Content Elemente sind sehr flexibel definierbar. XML und XSLT sind die Templating Komponenten. Gerade mit XPath lassen sich da sehr komplexe Abfragen zusammenschustern. Leider ist der einfache Ansatz an manchen Stellen etwas zu simpel. Beispielsweise vermisst man in der aktuellen Version einen WYSIWYG-Editor. Textile etc. wird zwar unterstützt aber man würde sich doch einen einfachen Editor, passend zum restlichen User Interface, wünschen. Wenn man darauf verzichten kann, ist Symphony allerdings einen zweiten Blick wert. (symphony21.com)

Fazit

Die perfekte Content Management Lösung gibt es natürlich nicht. Aber für spezifische Zwecke finden sich auf dem Open Source Parkett schon sehr brauchbare Lösungen ein. Für kleinere Projekte sind Symphony und WordPress eine gute Wahl. Für Portale im großen Stil ist Typo3 wohl Weapon of Choice.


4 Comments


  1. Thomas Schürmann said on 14.08.2007

    Ich möchte nicht zu den Leuten gehören, die bei Listen ständig an wichtige vergessene erinnern – aber natürlich möchte ich diese Behauptung gliech ad absurdum führen.

    Wenn Typo 3 drinsteht – schon einmal über Drupal nachgedacht?


  2. Matthias Wagler said on 14.08.2007

    Danke für die Erinnerung. Drupal ist definitiv eine Alternative. Der Grund für das Fehlen ist relativ einfach. Ich hatte bis jetzt nicht die Zeit mich mit dem Programm auseinander zu setzten.
    Ein bisschen hat mich noch die scheinbare Spaltung in zwei Versionslager (4.7 und 5.2) verschreckt.
    Der Einstieg in Drupal viel mir deshalb ein bisschen schwer. Hast Du einen Tipp für den Anfang? Mit welcher Version sollte man starten und wo gibt’s gutes Lernmaterial (Tutorials, etc.)?


  3. Thomas Schürmann said on 15.08.2007

    In der Tat gibt es einige Dinge, die einen Einsteiger sehr verwirren und dazu gehört die Versionierung. Nun ist 4.7 vor allem deshalb noch existent, da etliche professionelle Anwender und Unternehmen noch diese Version einsetzen, die sich in wesentlichen Punkten – aber für einen Einsteiger vor allem in der Benutzeroberfläche unterscheiden.

    Du mußt Dir aber keine Gedanken darum machen, welches System Du einsetzen möchtest, Drupal 5.2. ist die aktuelle Version. Vergiß die 4.7.

    Wenn Du willst kannst Du Dir Drupal ebenso wie jede andere apache, php, mysql CMS Open-Source Lösung lokal installieren (Xampp Paket) und damit herumspielen.

    Joomla und WordPress kenne ich auch, WordPress bleibt für mich relevant – Joomla habe ich als Agentur relevante Lösung über Bord geworfen, weil ich persönlich Drupal für flexibler, erweiterbarer und idealer halte, mit ihm komplexe Userstrukturen und -rechte zu verwalten.

    Als hilfreiche Seite kann ich Dir natürlich Drupal.org und Drupalcenter.de ans Herz legen, dort gibt es für den Einstieg gute Beispielerklärungen, z.B. für die merkwürdigen Dinge wie Taxonomy, Blöcke, Module, Rollen.

    Leider ist Ludwigsburg nicht um die Ecke, sonst würde ich für eine Demo mal vorbeikommen.


  4. Matthias Wagler said on 20.08.2007

    Nice! Dankeschön für die Einführung. Werde sobald ich Zeit finde die 5.2 mal näher betrachten.
    Ein Erfahrungsaustausch wäre wirklich eine schöne Sache. Vielleicht können wir das ganze ja virtuell weiterführen. Ich werde über weitere Erfahrungen berichten :-)

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