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Markus Turber

06.12.2016

Blockchain 3.0 Energy – Teil 2: The fuel of the blockchain

Der erste Beitrag der Reihe befasste sich mit dem Einsatz der Blockchain im Energiemarkt. Um das Potenzial der Technologie richtig verstehen zu können, wird in diesem Teil das Mining als zentrales Element der Blockchain genauer beleuchtet.

Der Mining-Vorgang beschreibt das Verfahren, bei dem die Blockchain um Informationen erweitert wird. Es fügt neue Blöcke mit den getätigten Transaktionen an die Blockchain an. Nur Nodes, die diese Mining-Arbeit verrichten, haben das Recht, eine Stimme zur Gewinnung des Konsenses abzugeben. Darüber hinaus wird durch diesen Prozess die eigentliche Blockchain immer größer und bietet dadurch einen Zugang zu den aktuellsten Daten.

Der Miner hält die Blockchain und damit auch alle Nodes immer auf dem aktuellsten Stand.

Je mehr Nodes den Mining-Prozess betreiben, desto schwieriger wird es, einen neuen Block zu finden, zu produzieren und anzufügen. Dies ist auf ein komplexes kryptografisches Rätsel zurückzuführen, das jeder Miner lösen muss, bevor er den Block an die Chain anfügen kann. Die Komplexität des Rätsels passt sich immer der gesamten Rechenleistung des Netzes an.

Mining erfordert zurzeit noch viel Rechenleistung eines Nodes. Um Betreiber von Nodes zum Mining zu motivieren, bekommt der Miner, der einen neuen Block geschaffen hat, einen kleinen Betrag der Kryptowährung gutgeschrieben: Der zur Verfügung gestellten Rechenleistung steht ein Wert gegenüber.

Was hat das nun alles mit dem Energiemarkt zu tun? Was könnte das Verfahren im Kontext eines Energiemarktes bedeuten?

Bei Bitcoin motiviert man den Miner mit einer Bitcoin-Belohnung zum Mining. Bei unseren Überlegungen wollen wir uns vom Gedanken der Währung lösen – uns geht es hier um den Energiemarkt. Unsere Herausforderung ist daher, einen Anreiz für Miner zu schaffen, weil wir diese benötigen, um einen Konsens zu erzielen.

Beispielsweise könnte der Mining-Prozess eine Rahmenbedingung für den Zugang zum Netz sein, das heißt, als Profiteur der Gesamtlösung würde man automatisch auch die entsprechenden Kapazitäten bereitstellen. Es ist hierbei nicht nötig, selbst diesen Prozess zu betreiben, vielmehr bietet sich an dieser Stelle ein Outsourcing an. Durch einen externen Betreiber, der das Mining als Service anbietet, verringert man wiederkehrende, hohe Hardware- und Unterhaltungskosten, die beim Benutzer anfallen würden und somit auch die Einstiegshürde zur Partizipation am Netzwerk.

Keine Möglichkeit ist hingegen die Nutzung einer bereits etablierten, öffentlichen Blockchain-Lösung, um sich die schon vorhandenen Nodes zunutze zu machen. Würde man alle Daten in die öffentlich verwaltete Blockchain übermitteln, fiele ein massiver Daten-Overhead an und möglicherweise sensible Daten würden öffentlich zugänglich gemacht werden.

Das Grundgerüst einer bestehenden Lösung könnte aber genutzt werden, um eine private, für den Energiemarkt optimierte, Chain zu erstellen. Ob die Blockchain das Proof-of-Work- oder Proof-of-Stake-Konzept verwendet, ist in diesem Modell nicht von Bedeutung, da der Dienstleister in diesem Falle das Mining übernimmt und somit auch die notwendige Technologie bereitstellen muss.

Eine Verlagerung des Minings klingt im ersten Moment wieder nach einer Zentralisierung und demzufolge der Schaffung eines Intermediäres. Jedoch ist das lediglich bei der Verlagerung des Konsenses der Fall. Der Dienstleister agiert aber rein als eine objektive und neutrale Instanz.

Die Vorteile der Blockchain gehen keineswegs verloren, da das System an sich das gleiche bleibt.