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Matthias Wagler

14.05.2007

Das neue Netz unterm Mikroskop – Part 3

„The Net is a giant zero. It puts everybody zero distance from everybody and everything else. And it supports publishing and broadcasting at costs that round to zero as well.”
Doc Searls

Dieser Ausspruch von Doc Searls soll der Ausgangspunkt für eine weitere Expedition in die Untiefen des Web sein. Menschen rücken also näher zusammen. Und das sogar auf zero distance. Das vermeintliche Gegenüber ist gerade einmal 50 cm vom Bildschirm entfernt. Zwischen den beiden Interagierenden scheint keine Distanz mehr zu bestehen. Das ganze hat Vor- und Nachteile. Noch nie konnte man so schnell und so einfach mit Menschen in Kontakt treten, mit ihnen diskutieren, mit ihnen arbeiten, mit ihnen streiten. Und noch nie konnte man so schnell so viel über einen Menschen auskundschaften.

The giant zero

Das Zusammenrücken beginnt zunächst mit dem Austausch von Dateien und Informationen, die einem wichtig erscheinen. Egal ob Slidehows, Photos etc. Alles wird gepostet, kommentiert und diskutiert. Verknüpft werden diese verstreuten, persönlichen Informationen meist durch soziale Netzwerke wie z.B. MySpace für die Jüngeren (ja, es gibt viele Kids, die das freiwillig nutzen) oder XING und Facebook für die ältere Generation. Dort findet man weitere, persönliche Informationen, welche die Kluft weiter verkleinern.

Was machst Du gerade?

Die Frage wird sich in Zukunft wohl weniger stellen. Denn neue Dienste erleichtern Freunden aber auch anderen Menschen das Auffinden und Nachfragen. Twitter ein weiterer, populärer Dienst ermöglicht z.B. Art ständige Statusanzeige für den modernen Menschen. Man kennt das Prinzip bereits vom Instant Messenger.

How close is too close?

Den bisher scheinbar tiefsten Einblick ins eigene Leben liefert Justin mit dem dazugehörigen justin.tv. Dabei handelt es sich um eine Art Live-Video-Blog. Der Mitarbeiter eines ehemaligen Web-Startups filmt sein Leben über eine Handy Kamera. Justin dient dabei als Feldversuch. Der große Plan ist, das Live-TV-Blog massentauglich zu gestalten. Die Technik spielt dabei kaum noch eine Rolle. Mit Handy-Cam könnte dann in naher Zukunft jeder Hans Dampf zum Truman zu werden. (Via, Via)

Das Thema wird bereits vielerorts im Netz diskutiert. Ein wichtiger Aspekt der sich abzeichnenden Entwicklung der Web-Gläsernheit ist die Frage des Identity Management. Der User muss die Kontrolle über seine Identität im Netz erhalten. Eine große Herausforderung also für die nächsten Phasen des WWW. Dazu jedoch mehr in der nächsten Episode.

Mit Part 4 fortfahren.